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Der Norden
4.3. - 19.3.2006 / 16 Tage / 746 km

Von den Canterbury Plains habe ich genug und ich fahre deshalb mit dem Bus bis Kaikoura. Bis vor wenigen Jahren war Kaikoura durch eine Bergkette weitgehend vom Rest des Landes abgeschirmt und galt als Heimat von Hinterwäldlern. Heute bestimmt hier der Tourismus das Leben, längst nicht so penetrant wie bspw. in Queenstown, aber es wird bereits vor ähnlicher Entwicklung gewarnt. Am Strand kann man Robben beobachten, mit Delphinen schwimmen, Wale beobachten usw. In kleinen Kiosken am Strand bekommt man frisch gefangenen Lobster zum Sattwerden.

Es stürmt teilweise immer noch (in den letzten Tagen ist sogar eine Fähre auf der Cook-Straße in Seenot geraten) und der Weg bis Picton braucht meine volle Kraft. Wäre ich doch lieber in Blenheim bei einem guten Glas Wein sitzen geblieben.

Heute ist Volkszählung und jeder wird dort erfasst, wo er die Nacht zum 8. März verbringt. "Schon" in hundert Jahren dürfen dann die Akten geöffnet werden. Der berühmte Zensus vor 2.000 Jahren war wohl ein bisschen einfacher. Zumindest muss ich mich nicht an meinem Geburtsort erfassen lassen.

Picton lebt vom und mit dem Fährverkehr zur Nordinsel und ist eine quirlige Durchgangsstation für viele. Es ist ein recht hübsches Städtchen und zum ersten Mal auf meiner Reise entdecke ich wahrhaftige "Millionen-Villen".

Havelock ist die selbst ernannte Greenshell Mussel Capital of the World. Die riesigen Muscheln schmecken ganz gut; demnächst findet ein Muschelfest statt. Aber aus Havelock kommt auch der Nobelpreisträger Lord Rutherford und ich übernachte in seiner ehemaligen Grundschule.

Mit dem Postboot fahre ich hinaus auf den Pelorus Sound, mit seinen unzähligen Buchten. Für manche Bewohner ist das die einzige Verbindung zum Rest der Welt und wir werden an jedem Kai schon erwartet. Man hat hier viel Zeit.

 

Nelson ist eine recht hübsche Stadt, in der vieles aus der Kolonialzeit erhalten ist. Der Hafen gewährt Wohlstand. Wie in Norwegen werden auf dem Wochenmarkt weder Fisch noch andere Meeresfrüchte angeboten. Aber selbstverständlich kann man in jedem Restaurant ganz ordentlichen Fisch essen.

Farewell Spit (von Captain Cook so benannt) ist der nördlichste Zipfel der Südinsel. Der freie Zutritt ist verboten und ich mache eine Tour im Geländewagen mit. Die Wanderdünen aus feinstem Sand bilden eine traumhafte Landschaft. In dem geschützten Biotop können wir unzählige Wasservögel beobachten, Robben, Delphine usw. Die Sonne könnte nicht prächtiger strahlen.

Jedes Jahr stranden hier bei Farewell Spit Wale, manchmal einzelne, oft auch einige zig und vor einigen Jahren sogar 129 auf einmal. Das Phänomen ist noch ungeklärt.

Auf dem Rückweg (hier geht's ja nicht weiter!) schaue ich mir die Pu Pu Springs an, die stärkste Süßwasserquelle Austrasiens und mit dem weltweit reinsten Wasser (außer unter dem Ross Shelf in der Antarktis). Der Ort war den Maori heilig; heute trampeln hier Touristen vorbei, zumindest die, denen ein paar hundert Meter Fußweg nicht zu mühsam sind.

Seit Beginn der Reise schmerzt mein linker Ellbogen (vielleicht schon vorher?) und andere Kleinigkeiten piesacken mich jetzt auch noch. In Motueka entschließe ich mich zum Abbruch der Reise. Ohne es zu wissen, werde ich daheim dringendst gebraucht und ich hätte mich ohnedies in den nächsten Tagen zum Rückflug entscheiden müssen. Von zu Hause aus muss ich nur noch einige Einladungen auf die Nordinsel absagen. Ich habe die ganze Südinsel bereist und scheide ohne Bedauern. Neuseeland bleibt mir in bester Erinnerung und bei Gelegenheit kann ich vielleicht wieder einmal hierher kommen.

 

 

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