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Von Christchurch zur Westküste
29.1. - 9.2.2006 / 12 Tage / 698 km

Irgendjemand hat mein Rad unterwegs unsaft behandelt und es muss erst einmal in die Werkstatt. Ich selbst bin nach dem schrecklich langen Flug nur hundemüde. Aber der Jetlag ist bald vergessen und mein Drahtesel wieder fit.

Gegen harten Westwind strample ich durch die eintönigen Canterbury Plains. Das soll das viel gerühmte Neuseeland sein? Wo bleiben die Schafe? Und wenn alle Hotels sooo igitt sind?

Ab dem zweiten Tag ist alles ganz anders: Landschaft, Unterkünfte usw. Nur das Essen ist für mitteleuropäisch verwöhnte Gaumen landeseinheitlich gewöhnungsbedürftig.  Über die Alpenkette komme ich bald nach Greymouth. Oben am Arthur's Pass muss ich freche Keas (Bergpapageien) verscheuchen, die doch tatsächlich mit ihren scharfen Schnäbeln mein Gepäck aufpicken wollen.

Durch teils undurchdringlichen Regenwald mit seinen exotischen Bäumen, den prächtigen Farnen, dem dichten Moos, den kräftigen Vogelstimmen radle ich der Küste entlang südwärts (es gibt keine andere Straße!). Bald quälen die aufdringlichen Sandflies auch mich. Die Westküste ist nur dünn besiedelt und West Coaster gelten in Neuseeland als Sonderlinge. Wenn nach jahrelanger Vakanz wieder eine Zahnarztstelle besetzt wird, ist das eine Schlagzeile für die Presse. Nur wenige Dörfer liegen am Weg, das

 

ehemalige Goldgräberstädtchen Ross, Hokitika mit seinem herrlichen Strand, Hari Hari. Franz Josef und Fox sind eher Ansammlungen von Verkaufsbuden für Hubschrauberflüge, Gletschertouren usw., eben Versorgungsstationen für Touristen. Auch ich mache eine Führung auf den Franz Josef Glacier mit. Es gibt weltweit nur wenige Gletscher, die in den Regenwald abfließen.

Auch wenn für mich Autos im Wesentlichen aus 4 Rädern und einem Lenkrad bestehen, bewundere ich doch die vielen herrlichen Oldtimer, die mir seit einigen Tagen begegnen. Für die New Zealand Tour 2006 des Bentley Drivers Club wurden allein aus England 50 der edlen Stücke per Containerschiff nach Neuseeland verschickt. Ein wahrhaft elitäres Hobby.

Haast markiert einen Endpunkt und ist deshalb auf jeder Karte verzeichnet, besteht aber nur aus ein paar Häusern. Ins Landesinnere kommt man von hier nur über den Haast Pass, bis vor wenigen Jahren eine Schotterpiste. Nach Süden führt lediglich eine kleine, ungeteerte Stichstraße wenige Kilometer entlang der Küste. Ich treffe in Haast mehrere Reiseradler, die morgen den Pass angehen wollen. Ich müsste dringend meine Bank anrufen, aber in dieser gottverlassenen Gegend habe ich schon seit mehreren Tagen keinen GSM-Empfang mehr.

 

 

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